10 Jahre Haus Kladower Forum – Rückblick 2006

Das Haus Kladower Forum wurde am 07.07.2007 eröffnet. Zum Jubiläum schauen wir nochmal zurück und veröffentlichen die alten Beiträge der Treffpunkte noch einmal. Wir kommen endlich zum Jahr 2006.

76  Frühjahr 2006

Auf der Zielgeraden

Ende diesen Jahres – so planen wir – soll das Bürgerhaus saniert sein. Es erfüllt uns mit großer Freude, dass dieses Ziel dank der Unterstützung

  • der Deutschen Stiftung Denkmalschutz,
  • des Landesdenkmalamtes Berlin,
  • zahlreicher Spender – nicht nur aus Kladow,
  • erbrachter Eigenleistung und erwirtschafteter Eigenmittel,
  • der Knobelsdorff-Schule, OSZ Bautechnik I und
  • der ehrenamtlichen Mitarbeit

bald schon erreicht sein wird, obwohl der Übereignungsvertrag vom 30.10.2001 für die Sanierung eine Frist von 15 Jahren vorsieht. Unser Vorhaben wird allgemein mit Wohlwollen beobachtet, aber auch kritisch. So macht ein Spender aus Gatow uns darauf aufmerksam, dass unser Bauschild nicht korrekt sei, da hier nur auf die Spenden Kladower Bürger hingewiesen wird. Wir nehmen diese Kritik dankbar an und bestätigen, dass eine nicht unbeträchtliche Spendensumme von engagierten Spendern und Spenderinnen außerhalb von Kladow stammt.

Inzwischen sind am Bau die Fensterläden und Jalousien eingebaut. Die Innenwände und Zimmerdecken werden von Auszubildenden des Jugendaufbauwerks gespachtelt und gestrichen. Danach werden die Dielenbretter für den Fußboden verlegt.

Sobald die Witterung es zulässt, werden die Außentreppen vom und zum Garten gemauert, Stuckschäden an der Fassade behoben und der Außenanstrich aufgebracht. Gleichzeitig werden die Fliesenarbeiten im Küchen- und Sanitärbereich erfolgen.

Zum guten Schluss wird der Garten gestaltet und mit einem stabilen Zaun versehen. Das alles muss aber auch bezahlt werden. Wir sind ständig bemüht, das sicherzustellen. Es bestehen begründete Aussichten, über die dreijährige Regelförderung hinaus noch Fördermittel zu bekommen. Sorge bereitet z. Zt. noch, den gleichen Betrag an Eigenmitteln nachzuweisen, den wir an Fördermitteln geltend machen. Letztlich bestimmt die Höhe der Eigenmittel die Höhe der Förderung entscheidend mit.

Unser aus dieser Sorge geborene Vorschlag, objektgebundene Spenden einzuwerben, trägt nach dem Aufruf im Winterheft der Treffpunkte erste Früchte. Es erscheint ratsam, die Auswahl der Objekte, für die wir Sponsoren suchen, noch einmal vorzustellen:

  1. 1 Zimmertür innen für eine Spende von 1.000 €, insgesamt 7 Stück. Die Türen werden von Auszubildenden der Knobelsdorff-OS denkmalgerecht als Gesellenstücke angefertigt.
  2. 1 Fenster für die Räume im Erdgeschoss für eine Spende von 700 €, insgesamt 8 Stück.
  3. 1 Holztreppe ins Dachgeschoss für eine Spende von 2.000 €.
  4. 1 Holztreppe ins Kellergeschoss für eine Spende von 1.500 €.
  5. Fliesenarbeiten und Einrichtungsobjekte für den Sanitärbereich für eine Spende von 3.000 €. Dieser Betrag ist u. U. teilbar.
  6. Fliesenarbeiten und Einrichtungsobjekte für die Teeküche für eine Spende von 2.500 €. Dieser Betrag ist u. U. teilbar.
  7. 1 vordere Hauseingangstür für eine Spende von 2.500 €. Die Tür wird von Auszubildenden der Knobelsdorff-OS denkmalgerecht als Meisterstück angefertigt.
  8. 1 hintere Eingangstür zum Bauerngarten für eine Spende von 1.500 €.

Um diese Spendenart zu intensivieren, sind alle o. a. Beträge nun auch teilbar; außerdem bieten wir zusätzlich preiswertere Spendenobjekte an, so z.B.: Tische zu je 100 €, Stapelstühle zu je 50 €. Alle Objekte, für die sich ein Sponsor gefunden haben wird, werden durch ein kleines Messingschild auf den Spender verweisen. Spender, die sich für ein Objekt interessieren, wenden sich bitte an Josef Chlodek, Tel. 36532 48 oder Horst Pessel, Tel. 365 35 24.

Nach vierjähriger Sanierungsarbeit sind wir nun auf der Zielgeraden; Ende diesen Jahres können wir unser Ziel erreichen. Dafür erbitten wir Ihre Mithilfe.

Josef Chlodek

77  Sommer 2006

 Bundesweiter Tag des offenen Denkmals – eine Verpflichtung auch für uns

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist bemüht, mit Förderungsmaßnahmen gerade dort Hilfe zu leisten, wo ohne diese Hilfe ein Denkmal verloren geht.

Neben der Projektförderung kommt der Bewusstseinsbildung in Sachen Denkmalschutz und Denkmalpflege besondere Bedeutung zu. Einen wichtigen Beitrag leistet dazu der seit 1994 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals.

Die Dielenbretter im Dachgeschoss sind verlegt
Foto: Rainer Nitsch

In diesem Jahr findet der Tag des offenen Denkmals am 10. September statt; an diesem Tag sind Interessierte aufgerufen und eingeladen, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geförderte Projekte zu besichtigen auch in Kladow. Dazu zählen z. B.

  • der Garten der Villa Oeding, Imchenallee/Am Roten Stein
  • der Blumengarten des Gutsparks Neukladow
  • das Haus Dr. Menne, Zingerleweg 29-31
  • der Landhausgarten Dr. Max Fränkel.

In diesem Jahr wird auch (nach 2003) wieder unser Bürgerhaus auf der Liste der Denkmäler stehen, die besichtigt werden können. Das ist für uns eine Verpflichtung, alles zu tun, um uns der Förderung, die wir von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erfahren haben (vgl. Winterheft Treffpunkte 2005), würdig zu zeigen.

Während unseres Frühjahrsfestes am 29./30. April wurde schon zu Führungen durch unser Bürgerhaus eingeladen. Der Innenausbau lässt sich schon zeigen:

  • Holzfußböden, 38 mm dick, sind verlegt, wurden geschliffen, geölt und gewachst
  • die fertigen Zimmertüren (Gesellenstücke) wurden eingebaut
  • die Kellerräume sind einzeln abschließbar
  • der Sanitärbereich und die Küche wurden gefliest.

Auch die Außenansicht ist in Arbeit:

  • der Stuck an der Fassade wird in Ordnung gebracht
  • die Fassade des Hauses wird gestrichen.

Dabei werden wir uns besondere Mühe geben; denn der Farbanstrich ist relativ billig, aber seine Wirkung ist groß. Wir werden unter denkmalgerechten Farben wählen. Für die Entscheidung werden einige Muster in 1 m2 Größe auf Tafeln aufgebracht. Wir werden die Fassade also schonen, weil die Muster durchschlagen könnten. Vielleicht lässt sich eine Möglichkeit finden, die interessierte Öffentlichkeit in die Entscheidung einzubeziehen.

Schon bald wird  – und darum haben wir gebeten – das Bezirksamt zu einem Ortstermin einladen, um über die Umsetzung der Litfasssäule zu befinden. Die Litfasssäule stört den Blick auf unser denkmalgeschütztes Bürgerhaus.

Unser Bürgerhaus ist ein Beispiel für erhaltende Dorferneuerung – neues Leben in alte Gebäude!

Rette mit  – wer kann!

Josef Chlodek

78  Herbst 2006

 Spenden, Spender und Auftragsvergabe

In der Ausgabe Treffpunkte Winter 2005 haben wir ausführlich aufgezeigt, in welcher Höhe Kosten für die Sanierung des Bürgerhauses bis Ende 2005 entstanden sind (ca. 300.000 €) und wie sie im Einzelnen finanziert wurden. Fast die Hälfte der Kosten konnte durch Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Landesdenkmalamtes Berlin bestritten werden.

Die Gewährung dieser Fördermittel setzt Eigenmittel in Höhe von 50 % der jeweiligen Jahres-Bausumme voraus und ist grundsätzlich auf drei Jahre beschränkt – also bis Ende 2005. Um deswegen für unseren Endspurt den Spendenfluss zu beleben, haben wir zu objektgebundenen Spenden aufgerufen und versprochen, dass alle Objekte, für die sich ein Sponsor gefunden haben wird (z.B. Türen, Fenster), durch ein kleines Messingschildchen auf den Spender verweisen werden. Dieser Bitte ist bisher erfreulich gutentsprochen worden; sogar ein Filialist hat – um zu helfen – für eine Zimmertür 1000 Euro überwiesen.

Fliesenlegermeister Runge bei der Arbeit
Foto: Rainer Nitsch

Wer sich für objektgebundene Spenden interessiert, wende sich bitt­e an Josef Chlodek,  oder Horst Pessel.

Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt. Wir brauchen Ihre Hilfe jetzt auch für die Inneneinrichtung, z.B. die Küche, das Büro, Tische und Stühle für die Veranstaltungs- und Sitzungsräume.

Wir haben wiederholt erwähnt, dass die meisten Sanierungsarbeiten kostengünstig für uns ausgeführt werden von Auszubildenden der Knobelsdorff-Oberschule (OSZ Bautechnik I) und des Jugendaufbauwerks Brunsbütteler Damm, und zwar unter Aufsicht ihrer Lehrer, die auch Meister ihres Faches sind. Insofern ist unser Bürgerhaus ein gediegenes Ausbildungsobjekt.

Allerdings wurde das Jugendaufbauwerk zum 30.06.2006 geschlossen; es wurde ein Opfer des öffentlichen Sparzwangs. Das muss man bedauern, da viele Jugendliche heute ohne Ausbildung sind. Um so größer ist unser Dank an das Jugendaufbauwerk für seine Hilfe. Viele, nicht alle Arbeiten, konnten oder durften Auszubildende ausführen.

Bei Aufträgen, die wir nach außen vergeben mussten, wie z.B. die Schwamm- und Holzbockbeseitigung, die Dacheindeckung und aktuell die Stuckarbeiten und den Anstrich der Fassade, holten wir aus Gründen des Nachweises einer sparsamen Rechnungslegung gegenüber unseren Förderern und Spendern Angebote von mehreren Firmen ein und berücksichtigten das günstigste. Die Endpreise differierten erheblich. Der Fliesenlegermeister Runge, der selbst in Kladow wohnt, beriet uns nicht nur bei Auswahl und Kauf der Fliesen für den Küchen- und Sanitärbereich, sondern sorgte selbst auch für die unentgeltliche, mustergültige Ausführung aller Arbeiten. Dieser selbstlose Einsatz verdient unseren Dank und Respekt.

Josef Chlodek

79  Winter 2006

Blick zurück und nach vorn

Am 10. September 2006 war bundesweit „Tag des offenen Denkmals“; auch unser Bürgerhaus war benannt und von 14 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Und sie kamen auch; sie gingen durch die Räume, standen vor den aufgestellten Info-Tafeln, ließen sich einzelne Sanierungsmaßnahmen erläutern und Fragen beantworten. Wohl alle Besucher waren sichtbar beeindruckt von dem, was sie vorfanden; man zeigte sich auch dankbar, indem man für unsere Sanierungsarbeiten großzügig spendete.

Herr Runge hat die Fliesenarbeiten im Hause überraschend schnell und auffällig gut erledigt, auch in der Teeküche. Das fügt sich gut; denn inzwischen wurde uns eine gefällige Kücheneinrichtung gespendet, die wir in der früheren Wochenendwohnung von Olga Tschechowa in der Uferpromenade ausbauen durften. In der nächsten Zeit werden wir die Einzelteile nach unserer Zweckvorstellung aufstellen und einbauen lassen. Allerdings fehlen in der Küche noch Elektrogeräte, die wir vom Weihnachtsmann (gegenständlich oder als objektgebundene Spende) erbitten. Wir benötigen insbesondere einen Elektroherd und einen Kühlschrank.

Tag des offenen Denkmals 2006 im Bürgerhaus
Foto: Ingeborg Schaake

Wer helfen möchte, befrage wegen der Maße Horst Pessel,4 oder Josef Chlodek.

Schon vor Wochen haben wir (aus der Auflösung einer Zivilwohnung) einige Kartons mit Küchengeschirr erhalten; sobald die Küche aufgestellt sein wird, kann der Inhalt der Kartons einsortiert werden.

Aktuell sind wir dabei, die verlegten Holzfußböden zweckmäßig bearbeiten zu lassen (schleifen, ölen und polieren), damit sie nachhaltig ihrer Aufgabe gerecht werden können. Außerdem befassen wir uns mit den Außenanlagen (Garten, Zaun, u.a.) und mit interessanten Überlegungen, wie wir die restlichen Sanierungen finanzieren können. Unser Bedarf an Spenden ist gerade jetzt in der Endphase besonders dringend. Dabei sind wir auf Ihre Hilfsbereitschaft angewiesen.

Josef Chlodek